Jan-Lennard Struff: Tennisprofi mit viel Engagement und Willensstärke
Jan-Lennard Struff, geboren am 25. April 1990 in Warstein im Sauerland, ist seit Jahren einer der erfolgreichsten deutschen Tennisspieler. Er lebt in Warstein und Witten, wurde 2009 Profi und beendete 2014 erstmals eine Saison in den Top 100. Der 1,93 Meter große Struff ist nicht nur dank seiner mitreißenden Matches einer der Lieblingsspieler vieler deutscher Tennisfans, sondern auch, weil er Grundwerte wie Ehrlichkeit, Engagement und Bodenständigkeit lebt und vermittelt.
Jan-Lennard Struffs Spitzname lautet „Struffi“. Er begann im Alter von sechs Jahren mit seinen Eltern Dieter und Martina, die beide Tennistrainer sind, Tennis zu spielen. Bis zu seinem zwölften Lebensjahr hat Struff auch Fußball gespielt, aber der Tennissport konnte sich durchsetzen. Laut eigener Aussage war er schon als Kind komplett tennisverrückt und hat sich alle Matches, die im Fernsehen übertragen wurden, angesehen – auch wenn sie schon morgens vor der Schule stattfanden.
Jan-Lennard Struff: ATP-Tour und Davis Cup
2014 war Struffs erstes starkes ATP-Jahr: Er erreichte drei Halbfinals, unter anderem in Marseille gegen Jo-Wilfried Tsonga, und gewann in Heilbronn seinen ersten Titel auf der Challenger-Tour mit einem Finalsieg gegen Marton Fucsovics.
2016 gelang ihm bei den BNP Paribas Masters in Paris zudem der erste Sieg seiner Karriere gegen einen Top-20-Spieler: ein Dreisatzsieg gegen den amtierenden US-Open-Champion Stan Wawrinka.
Seit seinem Davis-Cup-Debüt 2015 gegen Frankreich ist Struff fester Bestandteil des deutschen Teams und sicherte im selben Jahr mit dem entscheidenden Sieg gegen Hubert Hurkacz den Verbleib in der Weltgruppe. Mit der Mannschaft erreichte er seither mehrfach das Halbfinale, zuletzt 2021, 2024 und 2025.
Später Höhenflug: erster ATP-Titel und historisches Wimbledon-Viertelfinale
Die erfolgreichste Phase seiner Karriere erlebte Jan-Lennard Struff erst mit über 30 Jahren. 2023 erreichte er in Madrid als sogenannter „Lucky Loser“ das Finale eines ATP-Masters-1000-Turniers – ein historischer Erfolg, den zuvor noch kein Lucky Loser geschafft hatte. Nach Siegen unter anderem gegen Stefanos Tsitsipas musste er sich im Endspiel Carlos Alcaraz mit 6:4, 3:6 und 6:3 geschlagen geben. Mit diesem Lauf kletterte Struff im Juni 2023 auf Platz 21 der Weltrangliste, seine bis heute höchste Platzierung im Einzel.
2024 krönte er seine Karriere mit dem ersten ATP-Einzeltitel: Bei den BMW Open in München bezwang er im Finale den US-Amerikaner Taylor Fritz glatt mit 7:5 und 6:3. Im Jahr darauf sorgte er bei den US Open 2025 für Furore, warf unter anderem Holger Rune und Frances Tiafoe aus dem Turnier und erreichte erstmals das Achtelfinale eines Grand-Slam-Turniers in New York, ehe er an Novak Djokovic scheiterte.
Den bislang größten Erfolg seiner Laufbahn feierte Struff im Sommer 2026 in Wimbledon: Mit Siegen unter anderem gegen Daniil Medvedev und Hubert Hurkacz erreichte er im Alter von 36 Jahren erstmals in seiner Karriere das Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers – und wurde damit zum ältesten Spieler, der seit Beginn der Open Era erstmals so weit bei einem Major vorstieß. Erst Titelverteidiger und Weltranglistenerster Jannik Sinner beendete den Lauf des Sauerländers mit 7:5, 7:6 und 6:3.
„Power Baseliner“ mit aggressiver Vorhand
Struff gilt als „Power Baseliner“, der mit einer extrem aggressiven Vorhand und einer soliden beidhändigen Rückhand das Spiel von der Grundlinie aus diktieren und direkte Gewinnpunkte von der Vorhand- und Rückhandseite erzielen kann. Er besitzt einen der besten und schnellsten Aufschläge auf der ATP-Tour. Am Netz spielt Jan-Lennard Struff einen exzellenten und gefühlvollen Volley. Sein großer Trumpf ist zudem die gute Beinarbeit.
Bemerkenswert ist die große Willensstärke am Platz. Er wird daher auch als „Mentalitätsmonster“ bezeichnet. Mit seiner stets positiven Ausstrahlung verliert er nie den Glauben an sich selbst und kann sich auch in schwierigen Situationen erfolgreich durchboxen.
Die großen Tennisidole von Jan-Lennard Struff
Am liebsten spielt Struff auf Sandplätzen, sein Lieblingsturnier ist Roland Garros. Als Vorbilder nennt er Pete Sampras und Tommy Haas.
Privat ist Struff mit seiner Partnerin Madeleine verheiratet und Vater zweier Kinder – Sohn Henri (2019) und einer Tochter (2023). Abseits des Courts ist er großer BVB-Fan und engagiert sich sozial, etwa mit einer Spende für die Buschfeuerhilfe in Australien während des ATP Cup 2020.
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Was ist der größte Erfolg von Jan-Lennard Struffs Karriere?
Sportlich am weitesten kam er 2023 mit dem Finaleinzug beim Masters-1000-Turnier in Madrid als Lucky Loser sowie 2026 mit dem Einzug ins Wimbledon-Viertelfinale, seinem bis dahin besten Grand-Slam-Ergebnis. Seinen einzigen ATP-Einzeltitel gewann er 2024 in München.
Wie weit kam Jan-Lennard Struff bei Wimbledon 2026?
Struff erreichte im Alter von 36 Jahren erstmals in seiner Karriere ein Grand-Slam-Viertelfinale und schied dort gegen Titelverteidiger Jannik Sinner aus.
Ist Jan-Lennard Struff verheiratet und hat er Kinder?
Struff ist mit seiner Partnerin Madeleine verheiratet. Das Paar hat zwei Kinder: Sohn Henri, geboren 2019, und eine Tochter, geboren 2023.